Die Erkenntnis,
zu wissen, was oder was vielmehr nicht passieren wird, ist befremdlich und erschreckend zugleich.
Ist das etwa ein Symptom meiner Beschädigung Beeinträchtigung?
Nein, es ist schlicht die Wahrheit.
Beruht die Annahme auf einer verzerrten, weil getrübten Sichtweise?
Nein, mein Blick ist klar, ich sehe durch das spiegelnde Wasser bis auf den tiefen Grund.
Kann ich auch die Lottozahlen voraussehen?
Natürlich nicht. Aber in meiner kleinen, begrenzten Welt, in meinem Lebensgarten bewege ich mich innerhalb dieser abgesteckten emotionalen und rationalen Grenzen. Kleine Beete, die einst gehegt und gepflegt wurden, sind schon lange überwuchert mit Unkraut, vernachlässigt und unbrauchbar geworden.
Grüne Plastikgießkannen liegen umgestürzt und leer im trockenen und hohen Gras. Inmitten einer kleinen, der letzten noch existierenden gemähten Fläche sitzt ein trauriger Gärtner auf einem grauen Stein, seinem Sinn und Zweck entraubt, seiner Lebensaufgabe entzogen. Tränen laufen aus seinem unteren Augenlid, bahnen sich ihren Weg durch die von Wind und Wetter erschaffenen Riefen und Furchen, einige verenden ihn ihnen, andere schaffen es ihr Ziel zu erreichen, sie erklimmen die Klippe des Kinns, verharren hier für einen kurzen Moment, vermengen sich miteinander und fallen dann in die Tiefe um eins zu werden mit der Erde, einzusickern in den Humus des Bodens.
Vögel ziehen mit mächtigen, kraftvollen Flügelschlägen über dieses ehemalige Biotop hinweg, das ihnen nunmehr keinerlei Anlass zum Leben, zur Nahrungssuche oder auch nur zum Verweilen bietet.
Alles Schöne, alles Lebendige hat meinen kleinen Lebensgarten bereits verlassen. Es ist an der Zeit ebenfalls zu gehen.