Ich erblicke dich durch die Lücken des letzten Blätterwerks, die einen tanzenden, fleckigen Schatten auf dein Gesicht werfen.
Ich schaue auf deine Stirn, die durch ein leichtes Runzeln auf sich aufmerksam macht.
Mein Blick wandert zu deinen Brauen, deren Schwung sie einen weiten Bogen schlagen lassen, um dann langsam herabzufallen, bis an die äußeren Augenwinkel heranreichen und sich dann letztlich übergangslos im Ansatz deiner hoch stehenden Wangenknochen verlieren.
Erst jetzt wage ich es, deine Augen näher zu betrachten, ich erkenne die von feinen Pigmenten durchzogene Regenbogenhaut um diese dunklen, tiefe Abgründe verheißenden Pupillen, in deren Zentrum sich das Sonnenlicht perlenfarbig schimmernd widerspiegelt. Die Wasserlinie deines unteren Augenlids glänzt leicht gerötet im Gestirn des Tages, während du kurz blinzeln musst und sich deine Wimpern für den Bruchteil eines flüchtigen Augenblicks leicht gespreizt aufeinander betten.
Dein Mund bleibt im Profil etwas hinter deinem von Stolz und Stärke geprägten Kinn zurück, ohne dabei auch nur ansatzweise seine Geltung zu verlieren.
Deine Lippen formen Worte, die ich nicht zu erfassen vermag, sie werden ebenso wie das ungestüm aufgewirbelte Laub vom Wind fortgetragen.
Die wilde Schönheit deines Antlitzes verflüchtigt sich erst mit der aufkommenden Dämmerung, wenn Licht und Schatten sich vereinen und sich die Lücken langsam zu schließen beginnen.