Ich weiß nicht, was ich noch machen soll oder kann. So tun, als ob nichts wäre, obwohl es in meinem Kopf spukt? Ich bin lieber ehrlich zu mir selbst und allen anderen, treffe die falschen Entscheidungen und lebe tagtäglich in einer hausgemachten Kopfhölle als vorzugeben, ein anderer zu sein. Ich lasse mich nicht verbiegen, mir nichts vorschreiben und höre weiterhin nur auf das, was mein Herz und mein Restverstand mir sagen. Auch wenn das alles falsch sein sollte. Ich lebe ja auch mit den Konsequenzen. Ich lasse alles über mich ergehen. Die ganze Scheiße. Ich ertrage es zwar nicht aber ich trage es dennoch. So lang es eben geht.
Ich drehe mich im Kreis, bis ich die Orientierung verliere. Aber das Allerlustigste ist, dass ich so leicht hätte erlöst werden können, irgendwann einmal in der Vergangenheit. Mit einem Fingerschnippen. Mit einem Augenzwinkern. Mit einem Flügelschlag. Jetzt ist es zu spät. Und das Lachen bleibt mir im Hals stecken. Denn ich habe keine Erlösung verdient. Warum weiß ich nicht. Ich weiß es einfach nicht und dass beschäftigt mich und füllt mich vollends aus. Wenn ich wenigstens wüsste, warum.
- Rieche ich wie ein nasser Hund?
- Besitze ich keinerlei Charakter?
- Bin ich so uninteressant?
- Kann ich ein so großer Irrtum sein?
Meine Vermutung: ja, nein, ja und ja.
Dann sag es mir doch einfach. Hab den Mut, dies zu tun. Die Wahrheit ist mein Freund, nicht mein Feind. Ich MUSS die Wahrheit erfahren. Nicht über meine Verfehlungen oder falschen Entscheidungen, mein Verhalten. Ich weiß selbst, dass ich fehlgeleitet umherwandle. Beantworte mir die oben gestellten Fragen offen und ehrlich. Und wage es nicht zu lügen, zu drucksen oder mich in Sicherheit zu wiegen. Ich würde es erkennen.