Ethik (eine Annäherung)

Ich wäre gern ein Anhänger des Hedonismus, wenn dies bedeuten kann, mit sich selbst zufrieden zu sein, nach moralischen Prinzipien zu handeln und nach dem Erreichen einer Balance zwischen körperlichem und seelischem Wohlbefinden zu wirken und zu leben. Hingegen widerstrebt mir der strenge Ansatz eines reinen Epikureers, nur noch mit sich selbst beschäftigt zu sein, dieses beharrliche Ringen nach Lustbefriedigung und Genuss, sowie das ständige Abwägen mit einer allzu ich-bezogenen Grundeinstellung.

Ich wäre gern ein Befürworter des Stoizismus, wenn damit einhergeht, dass ich mittels meines Verstandes Leidenschaft, Glück und Zufriedenheit zu erreichen und halten versuche, gleichwohl mir klar ist, dass alles vergänglich ist. Ebenso bin ich für Besonnenheit und Geduld, wenn sie angebracht scheint und lieber 2x gut nachzudenken als 1x vorschnell kopflos zu handeln. Ich verweigere mich aber strikt der Doktrin, niemals, unter gar keinen Umständen mein Herz die Oberhand über den Verstand gewinnen zu lassen. Auch in dieser Philosophie findet sich grundlegend ein Ansatz von Egoismus wieder, den ich so nicht teilen mag.

Nun bin ich momentan weder das eine noch das andere und weit davon entfernt, niemals oder in jüngster Vergangenheit zumindest egoistisch gedacht und gehandelt zu haben. Aber ich wäre wohl gerne ein hedonistischer Stoiker oder zumindest jemand der aus beiden Philosophien Ansätze und Anregungen, Anstöße und Ansporn aufgezeigt bekommt, ohne sich dabei einer Form ganz zu verschreiben oder ihrer gar komplett anhängig zu werden.

Ich bin schon lange erwachsen. Ich denke schon lange selbstständig. Ich handele schon lange eigenverantwortlich. Und doch stehe ich wieder ganz am Anfang. Denn ich weiß praktisch nichts.

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