Become yourself

Erkennen heißt, das zu denken, was ist. 

Manchmal benötigt man sehr sehr lange, um etwas zu verstehen und sich selbst einzugestehen. 

Manchmal dauert es sogar noch länger. 

Hat man hingegen diesen Entwicklungsstand erst einmal erreicht, dann geht von dort aus alles sehr schnell. Man befindet sich ganz plötzlich wieder auf der neuronalen Höhe eines gesunden, funktionierenden Verstandes und macht eine Punktlandung im Raum mit der geschlossenen Tür. 

Nein. Natürlich nicht. Es gibt keine Punktlandung. Und auch keinen funktionierenden Verstand. Es gibt nur noch Verständnislosigkeit. Und Wut. Oder Enttäuschung. Oder alles zusammen. Und dann kommt die Gleichgültigkeit. Und das wird das Schlimmste sein. 

Aber es gibt auch eine Chance. Nicht auf Wiedergutmachung. Auch nicht auf eine Anbindung oder Fortsetzung längst vergangener, vergessener oder auch verdrängter Hoffnungen und Sehnsüchte. Aber es gibt eine Chance auf einen Neuanfang. Zuallererst für einen selbst. Dieser Neubeginn kann vielleicht seelischer Natur und daraus resultierendem körperlichem Wohlbefinden entsprechen, sozusagen eine Art Rückführung zur Akzeptanz des eigenen Ichs. 

Wenn ich irgendwann so weit bin oder sein sollte, dann-und erst dann-möchte ich meinen Kopf furchtlos durch den Türspalt schieben können. Und falls diese Tür für immer verschlossen bleiben sollte, werde ich meine zum anklopfen bereite Hand zurückziehen und erhobenen Hauptes den schmalen Korridor in entgegengesetzte Richtung zurückschlendern. 

Weil ich dann ich selbst geworden bin. Ich bin dann der, der ich bin und sein möchte. 

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