Geh auf Rakete. Beschleunige. Komme an.
Spür den Rückstoß nach der Zündung, wenn der Druck aus den Düsen entweicht und dich ins unendlich Weite katapultiert.
Der zunehmende Schub presst dich in deinen Sitz, während die pure Masse des Flugkörpers immer weiter beschleunigt und schließlich seine Reisegeschwindigkeit erreicht.
Du verlässt die Atmosphäre mit einem letzten Blick auf deine Heimat, die jetzt nicht mehr länger ein Refugium für dich darstellt. Du schaust nach vorne und nicht mehr zurück.
Lichtjahre vergehen wie Sekunden bis du endlich in der Leere, im Nichts angekommen bist. Hier gibt es keine Geräusche, keinen Schmerz, keine Wut, keine Trauer, hier gibt es nur Stille, Ruhe und Einsamkeit.
Nimm die Geschwindigkeit raus und lass dich treiben, genieße den Blick auf die Sterne und träume von einer besseren Welt. Steig in deinen Anzug, setze deinen Helm auf und öffne die Schleuse.
Jetzt erst hast du freien Blick auf die Unendlichkeit des Raumes ohne jeglichen Horizont. Vollkommene, lautlose Dunkelheit umgibt dich. Stoße dich ab und flieg wie eine Vogel hinaus in dieses schwarze Vakuum, gib dich der Schwerelosigkeit hin und vergiss alles was war. Bitte um Vergebung für deine Fehltritte, deine Irrtümer und das Leid, das du anderen zugefügt hast. Danach verzeih dir selbst. Das ist das Wichtigste. Begnadige dein Herz und deine Seele, löse dich aus der Knappschaft, aus der Unterdrückung, die du dir einst selbst auferlegt hast. Mache deinen Frieden mit dir und der Welt, die du hinter dir gelassen hast.
Wirf einen letzten Blick auf die Rakete.
Und in einem endgültigen, ultimativen Akt der Befreiung öffnest du das Visier deines Helmes.
Jetzt
bist du angekommen.