Nein? Doch? Was denn nun? Ach, ich weiß doch auch nicht. Ich habe keine Meinung zu nichts. Ich bin ein gesichtsloser Mitläufer in der Masse der stechschrittlaufenden Anonymbürger dieser Welt.
Nein haltstopp! Ich bin etwas Besonderes. Vielviel besonderererer als die meisten anderen. Oder auch nicht. Ich habe keine Ahnung. Aber meine Tendenz geht zu: eher nicht. Hängt davon ab. Wovon? Na, von den anderen. Immer von den anderen.
Eines weiß ich aber höchstwahrscheinlich ganz genau. Ich bin ziemlich schlau. Zu klug für diese Welt. Ich bin vorausschauend, aufgeweckt, lebensklug und unheimlich erfahren. Aber eigentlich weiß ich nichts. Gefährliches Halbwissen überall. In meinem Kopf, meinen Händen und auf meiner Zunge.
Hey! Da ist doch noch mein Aussehen und meine Ausstrahlung. Darauf kann ich so verdammt stolz sein. Ich bin so dankbar, der sein zu dürfen, der ich bin. Wahrlich, ich ziehe neidische Blicke auf mich, sogar wenn ich mich selbst betrachte. In den Scherben meines zerschlagenen Spiegels wird mein Antlitz tausendfach fragmentiert zurückgeworfen und mir kommen jedesmal die Tränen ob dieser unfassbaren Schönheit.
Na gut, ich habe keine eigenen Ansichten, bin nichts besonderes, ich bin unfassbar dumm und verfüge über keinerlei Ausstrahlung. Was bleibt denn dann noch?
Ich habe da so einen kleinen Leberfleck oben auf meinem Arm.
Der ist wirklich süß.