Ich habe einen neuen Freund. Er heißt Vodka. Nein, das ist kein Hundename, so wie Whiskey oder so. Mein Freund ist hochprozentig zuverlässig, er verspricht 40% Spaß im Glas. Aber keine Angst. Ich verdünne den Vodka. Mit Gin und Absinth. Nein, mit Ingwerbier und Limetten. Fertig ist der Heiltrank.
Oh, wie schön, ein Gesellschaftstrinker? Nein. Schon lange kenne ich so etwas wie Gesellschaft nicht mehr. Ich entfremde mich des Gruppengebahrens, weiß nicht mehr wie es ist, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Desintegration statt einfacher Integration heißt die Devise. Ich habe mich selbst ausgewiesen und bin darauf angewiesen, nicht gleich eingewiesen zu werden. Abgewiesen wurde und werde ich hingegen schon.
Ich bin ein Wahrnehmungs- und Wirkungstrinker. Ich betäube mich bei vollem Bewusstsein, ich ertrinke in der Gewissheit und lasse mich mit Schwermut statt Wermuth volllaufen. Ich würde mir auch was spritzen oder schnupfen, wenn ich was hier hätte. Ich habe aber keinen Dealer. Doch. Einen habe ich. Den, der mit Schmerzen hehlt. Den, der nicht vergessen lässt, den der verstärkt, verstört und bestärkt. Johnny Vodka. Gott, wie ich diesen beschissenen Song und alles weitere von diesem Westernhagen hasse. Und ich verachte die Menschen, die dazu tanzen wollen. Verfickte Mainstreamscheiße.
Was immer mich auch durch den Tag bringt. Und die Nacht. Und das restliche Leben. Fuck it all. Hoch die Tassen. Ich stoße auf mich und mit mir selbst an.
Ваше здоровье!