Wenn man meint, man könnte dem Schicksal oder dem Leben eins auswischen, dann ist man gehörig schief gewickelt.
Das Leben lacht sich kaputt über deine kläglichen, mageren Versuche die Oberhand zu gewinnen. Boden gut zu machen. Es sei denn, man ist gesegnet mit irgendwas. Sei es Charisma, Ausstrahlung oder einfach nur beschissenes Glück.
Es gibt kein Druckmittel für die vom Leben vernachlässigten, in jeder Hinsicht minderbemittelten Menschen wie ich einer bin. Das Leben lässt sich nicht erpressen. Wenn es das bei unbegünstigten Versagern wie mir auch nur einmal zulassen würde, wären Tür und Tor sperrangelweit offen. Wie bei einer Geiselnahme. Es gibt keinen Verhandlungsspielraum für mich.
Ich habe eigentlich schon aufgegeben und muss meiner Therapeutin nun eine Antwort geben auf etwas, das in meinem Kopf schon längst entschieden ist. Aber ich mache mir wie versprochen Gedanken darüber, wie es für mich weiter gehen könnte. Da ich aber alles immer nur weiter vor mir herschiebe, mache ich jetzt eine Pro/Contra Liste. Überwiegen die negativen Dinge der nächsten beiden Tage, gebe ich auf. Läuft es andersherum lasse ich mich behandeln.
Die Entscheidung liegt nicht länger in meinen Händen. Wenn es das Schicksal so will, dann werde ich mich fügen. Ich werde versuchen, möglichst objektiv zu beurteilen, was in den nächsten 48 Stunden über mich hereinbricht. Ich habe da so eine Vermutung, das ich niemals wieder Freude werde empfinden können. Wird wahrscheinlich sowieso überbewertet, diese Freude. Wer braucht das schon?
Ich fordere also mein Schicksal heraus, endlich die Maske fallen zu lassen. Komm schon, du verdammter Wichser. Ich bin hier und warte auf dich. Zeig, was du draufhast!