Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier alle Mitpatienten rauchen. So höre ich bestimmt nicht auf.
Uniklinik Lübeck. Haus 8. Zimmer 15. Welch magische Zahl. Zumindest räumlich bin ich angekommen. Das soziale Leben hier spielt sich im Aufenthaltsraum ab, dort wird gestrickt, gegessen, Karten gespielt und sich unterhalten. Ansonsten ist es hier wie im Krankenhaus, nur dass man die wenigste Zeit im Bett verbringt.
Es ist schrecklich hier. Während ich diese Zeilen schreibe, lässt mich der Ausruf eines älteren Patienten zwei Tische weiter einen Moment innehalten. Immer wieder fragt er seine sich ihn besuchende Frau, wie lange er noch hier bleiben muss. Seine Frau entgegnet ihm nur immer wieder, dass er Geduld haben müsse. Geduld. Die Triebfeder der Genesung. Schließlich sagt er diesen traurigen Satz, der meine Augen wässrig werden lässt. „Warum bin ich überhaupt krank geworden?“ Darauf haben beide keine Antwort. Er wirkt etwas verwirrt aber auf jeden Fall verloren. Es ist eine traurige Szenerie und ich bin mittendrin statt nur dabei.
Ja, jetzt bin ich wirklich hier und weiß wo ich mich befinde.