Wir sind die Spreu, der Spliss, die Späne.
Wir sind die Stiefbrüder, die Waisenkinder, diejenigen, die um alles doppelt und dreifach so hart kämpfen müssen. Wir gehören nicht dazu, sind nur Beiwerk, dass allenfalls geduldet wird. Wir sitzen auf der letzten Bank, am Tisch weit weg von den anderen, wir gehen in der Menge unter. Wir ragen nicht hinaus, stechen nicht hervor und fallen nicht auf.
Wir sind die Dutzendgesichter, die Übersehenen, die Wegwerfwesen, für die niemand Verwendung hat. Wir wissen nicht, wie es ist begehrt zu werden, wie es ist, andere durch schlichte Anwesenheit nervös und unruhig werden zu lassen. Uns verfällt man nicht. Wegen uns streicht sich niemand das Haar hinters Ohr, uns werden keine verstohlenen Blicke geschenkt.
Wir sind die 50% Chance, die ungenutzt bleibt. Wir sind die Restposten, die selbst beim Räumungsverkauf liegen bleiben. Wir sind die leeren Patronenhülsen, die nach Funktionsende achtlos auf den Boden fallen. Wir sind nicht verhasst, es ist viel schlimmer, wir sind egal. Unbeachtet gehen wir durchs Leben und akzeptieren unser Schattendasein. Wir leben nicht, wir fristen.
Aber nicht mit mir. Ich werde das nicht hinnehmen. Niemals. Also, welche Wahl haben wir? Das wird sich zeigen.
Wir sind die Namenlosen.
Wir sind die vom Leben Vergessenen.