Eine Macht herrscht über mich. Eine gewaltige Macht. Sie ist der begleitende Inbegriff jeglichen Seins und Werdens im Umkreis der Ohnmacht. Sie sucht Schutz unter dem Deckmantel der Hilflosigkeit und Verzweiflung, sie ist die dauerhaft gebuchte Hostess der Angst und des Schmerzes. Sie ist die Geißel und die Plage der Unterdrückten, der Versager, der Unverstandenen und der Ungeliebten. Sie geht Hand in Hand mit ihrer Schwester, dem Hass, sie springen zusammen Seil auf deiner Seele und kichern dabei verzückt wie nur kleine Kinder es tun können.
Gib ihr keine Chance, wenn du kannst. Lass´ nicht zu, dass sie dich überkommt, einnimmt und verändert. Hat man das erst einmal getan, ist es bereits zu spät. Du verwandelst dich, das innerste wird nach außen gekehrt, die Fäuste schmerzen vom ewigen ballen. Du verkrampfst, verbitterst und verlierst. Zuerst dich selbst und dann alles andere. Du bist dauernd damit beschäftigt, sie zurückzudrängen, in ihren Zwinger zu pressen und dich mit aller Macht gegen die Käfigtür zu stemmen.
Glaub´ mir, sie wird sich immer wieder befreien. Sie sammelt ihre Kräfte, um im falschen Moment, denn es gibt keinen richtigen mehr, mit der Wucht einer Abrissbirne zuzuschlagen. Am Ende bleiben nur Trümmer übrig. In einem schleichenden Fragmentierungsprozess wird zuerst das Fundament zerstört, danach arbeitet sie sich immer weiter und weiter vor, bis die Fassade fällt, bis kein Stein mehr auf dem anderen bleibt. Du löst dich auf. Du wirst zersetzt und demontiert.
Sie hingegen löst sich nicht in Wohlgefallen auf. Sie bucht kein One Way-Ticket und verlässt dich. Sie begleitet dich, folgt dir, beschattet dich, sie hat einen nachgemachten Schlüssel, sie dringt in dich ein, sie hinterlässt Chaos und räumt nichts davon wieder auf.
Nur eines kann diese Ausgeburt der Hölle bezwingen und vertreiben.
Nur die Größte aller Mächte vermag dies zu tun.
Doch wird sie niemals in Erscheinung treten.
Und ich weiß und weiß und weiß einfach nicht warum.

So. verdammt. wahr.