
Ein Herz kann brechen und entzweien, es kann aussetzen, es vermag schneller zu schlagen, es kann unter seelischer Belastung seine Form verändern und man sollte auf sein Herz hören.
Man kann sein Herz verschenken, man kann sein Herz öffnen, man kann ein Herz aus Stein besitzen, es kann einem warm um’s Herz werden, man kann sich seines Herzens freuen, ein Herz kann so schwer werden, dass es untragbar wird, man kann jemanden in sein Herz lassen oder in sein Herz schließen. Herz und Seele können eins werden.
Ein Herz kann springen und hüpfen, es kann schmelzen, bluten und man ist sogar in der Lage, mit dem Herzen zu sehen. Ach ja, und man kann es im Sturm erobern.
Oho, aha, soso, naja. Sicher. Das ist ja alles ganz herzzerreißend und herzerwärmend. Herzlichen Glückwunsch zu soviel herzerweichendem Herzschmerz.
Aber Hand aufs Herz: ein Herz ist nichts weiter als ein muskelbepacktes Organ, das unseren Körper an den notwendigen Stellen mit Blut versorgt. Das ist auch schon alles. Es ist mir eine Herzensangelegenheit hier und heute festzustellen, dass ein Herz nicht anthropomorphisiert werden sollte. Das wäre herzlos. Selbst ein Herzog darf das nicht. Auch nicht, wenn er aus dem Herzogtum Mercœur der Auvergne kommt.
Also schaut in euer Herz, lasst es nicht in die Hose rutschen, gebt eurem Herzen einen Ruck und seid mit Herzblut bei der Sache. Denn es gibt nur eine herzhafte Wahrheit:
Es ist das Herz, das uns leben lässt. Aber es ist auch das Herz, das uns jeden Tag ein wenig langsamer und unerbittlicher sterben lässt.
Bis es schließlich still steht.
Herzlichen Dank.