Ein A.hnungsloser M.ensch

There has to be the effort and the inner strength to do things right and to win the battle against your deepest fears. As long as you can’t do that, you will lose every single fight you put yourself in.

– A.M. (Ahnungsloser Mensch)

Was habe ich jemals Großartiges gesehen, geschaffen oder erreicht? Die Antwort muss immer Nichts lauten. Ich habe nichts vorzuweisen und werde nichts außer Trümmer in mir und um mich herum hinterlassen. 

Heute mehr denn je, weiß ich um meine Schwächen, um meine Defizite, die meisten derer sich nicht abändern lassen. Es ist ein täglicher Kampf mit den Stunden des Tages, ein völlig konzept- und planloses Hadern, nur um des Haderns willen. Ich habe Angst vor dem Moment, an dem ich beginnen werde, mit mir selbst zu sprechen. Einen inneren Dialog mit meinen Dämonen halte ich schon (an)dauernd ab, wenn dieser Gedankenaustausch allerdings nach außen getragen und verbal ausformuliert werden sollte, dann wird eine weitere Grenze überschritten werden, eine Linie, die irgendwo in meinem Kopf existiert, nur bin ich nicht imstande sie zu lokalisieren oder es schert mich einen verdammten Dreck. Kann auch sein. 

Stell dir vor, du wünscht dir etwas so sehr, dein ganzes Leben scheint danach ausgerichtet, die Gedanken an dieses eine Ziel überlagern jede nur mögliche angezeigte Richtung deines inneren Kompasses und die Nadel spielt völlig verrückt. Dann ist und bleibt man nicht nur orientierungslos, man weiß auch genau, dass man niemals diesen angepeilten Ort erreichen wird. 

„Ich werde niemals ein anderer Mensch sein.“ Du visualisierst diesen Gedanken, schreibst ihn mit Tinte auf Papier, sprühst ihn als Graffiti auf jede Barriere in deinem Kopf, spritzt die Worte wie Kleckse auf eine imaginäre Leinwand, welche Form und Art auch immer du als Ausdruck dieser Worte wählst, sie bleiben dieselben, der Sinn bleibt erhalten, nur ihre Gestalt ist jedes Mal eine andere. 

Es gibt keinen Ausweg. Es gibt keine Erlösung. Es gibt keinen Gott. Es gibt keine Gerechtigkeit. Es gibt kein Schicksal. Es gibt kein Entrinnen. 

Ich sehe es nicht, weil es mir niemand zeigt.
Ich höre es nicht, weil es mir niemand sagt.

Und ganz egal, wie ich mich selbst sehe, die Welt und die Menschen da draußen werden mich immer anders wahrnehmen. 

Wenn diese Worte auf meinem Begräbnis vorgelesen werden, sollte ein Streichquartett anwesend sein, denn jetzt wäre ein verdammt guter Zeitpunkt dieses Requiem musikalisch zu untermalen zu lassen. 

Wie erbärmlich ich doch bin. 

Ein Gedanke zu “Ein A.hnungsloser M.ensch”

  1. Du siehst es nicht, weil du grad nicht richtig sehen kannst, du hörst es nicht, weil du nicht gut hören kannst, in diesem beschissenen Sumpf der Depression. Und auf deiner Beerdigung in ferner Zukunft werden andere Dinge verlesen werden. Mach keinen Scheiß .

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