Im Schnelldurchlauf 

Hey, weißt du was? Ich liebe dich. Ich begehre dich und ich möchte ein Teil deines Lebens sein. 

Hey, und weißt DU was? Ich empfinde das alles nicht für dich.

Und warum nicht?

Warumwarum. Is doch egal. Ist halt so. Ich bin mir momentan nicht einmal sicher, ob das Wort „Liebe“ für mich existiert, geschweige denn mir seiner Bedeutung bewusst. 

Aber ich brauche dich doch. 

Du bist krank. Sehr krank. Das tut mir leid. Ich wollte dich nicht ermutigen. Du solltest eine Therapie machen.

Ich bin doch nicht krank. Mir geht es gut.

Sieh dich an. Hör dir zu. Es geht dir überhaupt nicht gut. Seit Monaten. Du bist versehrt. Du bist obsessiv. Tu es mir zuliebe.

Nein. Wozu soll das gut sein? Ich will mich nicht verbiegen lassen. 

Wir könnten Freunde sein. Mit allem was dazugehört. Aber du musst dich befreien.

Ich werde es versuchen. Denn egal wie, ich möchte dich nicht verlieren! 

Du kannst mich nicht verlieren, weil man einen Menschen nicht besitzen kann.

Ich schaffe es nicht dein Freund zu sein, wenn du mir nicht auch ein Stück entgegen kommst! Ich kann nicht nur dein Freund sein. Ich will mehr von dir. 

Ich gebe dir noch eine Chance. Aber solange du nicht über mich hinweg bist…

Warum antwortest du nicht auf meine Nachrichten? Ich kann das alles nicht mehr. 

Verpiss dich! Ich habe deine Psycho-Spielchen so satt. Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben.

Na gut. Ich habe mich wohl komplett verrannt. Es tut mir alles so sehr leid. Ich bin ein Monster geworden. Ich werde eine Therapie machen. 

Einige Wochen später…

Hey, da bin ich wieder. Ich habe eine Therapie gemacht. 

Und?

Und weißt du was? Ich liebe und begehre dich noch immer. Kann ich jetzt ein Teil deines Lebens werden?

Du spinnst! So funktioniert das nicht.

Aber ich habe doch getan, was du wolltest! Warum reicht das denn nicht?

Du solltest die Therapie doch für dich machen, verstehst du das denn nicht? Außerdem liebe ich jemand anderen.

Was? Aber wieso denn? Was wird denn nun aus mir?

Lebe dein Leben. Genieße es und werde wieder glücklich.

Aber ohne dich geht das doch gar nicht. 

Ich werde weggehen. Ich wünsche dir für deine Zukunft alles Gute!

Ja danke, ich dir auch. Mach’s gut!

Seitdem habe ich nichts mehr von ihr gehört. Und ich werde auch nie wieder etwas von ihr hören. Und in meinem Kopf krallt und beißt sich meine Vorstellung an der Hoffnung fest, ihr noch einmal zu begegnen oder jemandem wie ihr über den Weg zu laufen. Es gibt keine anderen Gedanken mehr, sie füllen mich komplett aus. Und ich kann nichts dagegen tun. Ich bin verloren, so lange schon. 

Heute weiß ich, dass mein Antlitz abstoßend wirkt, dass ich zu debil, zu bedeutungslos für diese Welt bin und dass ich auf der Stelle tot umfallen möchte. Aber was fängt man mit diesen Erkenntnissen nur an?

Und so senke ich beschämt mein Haupt, um mit des weichen Fleisches Stirn voran, aufzubrechen in eine ungewisse Zukunft, deren Düsternis und Unbehaglichkeit mich erschaudern und erzittern lässt.

Ich trage zwei Sehnsüchte in mir. Den Durst und die Begierde nach bedingungsloser Liebe und den Wunsch nach einem alles erlösenden Tod.  

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