1.000.000 Lügen und nur eine Wahrheit.
Spräche ich nur eine Sprache, die du verstehen könntest. Würdest du nur meinen Code enträtseln wollen und Gefallen an der Lösung dieser Aufgabe finden. Ja, ich bin verworren, verknotet und kompliziert. Aber du und ich, wir beide könnten jetzt und hier oder dann und wo auch immer versuchen herauszufinden, wohin uns das alles führt und nicht nur, wohin es uns getrieben hat.
Was ich verstanden habe ist, dass ich nicht der Eine war und niemals hätte sein können, obwohl ich es mir so sehr ersehnt hatte. Der ich einst gewesen bin ist aber nun Geschichte. Ich bin so viel besser als das Bild, dass durch meine Handlungen bei dir entstanden sein mochte. Was du dir vielleicht nicht eingestehen kannst, ist, dass ich auch dich nachhaltig ein wenig verändert haben könnte. Ich bin mir sicher, dass ich manchmal immer noch ungewollt Gestalt annehme und mich in deinen Gedanken materialisiere. Das ist die sich verflüchtigende Erinnerung an Etwas, das uns beide mehr oder weniger eine Zeit lang bewegt hat und mich offensichtlich immer noch begleitet.
Was ich bin, kannst du jedem meiner bisher geschriebenen Worte entnehmen. So stehe ich vor dir, entblößt und roh. Und gerade deshalb bin ich jetzt der Mensch, der bereit ist, es mit dir aufzunehmen. Ich fordere dich heraus, mich zu versuchen aber diesmal- bin ich reif und bereit. Wenn nicht jetzt, dann niemals.
Ich sage: schmeiß die Rationalität aus dem Fenster des höchsten Stockwerks deines Verstandes. Löse dich von allen Konventionen, mach dich frei von dem, was du über mich zu denken und zu wissen scheinst und erinnere dich meiner neu. Komm, wir setzen uns nebeneinander auf die Stufen und beobachten von dort aus für eine Weile zusammen die Welt, wie sie an uns beiden vorüberzieht. Das möchte ich tun. Mit dir. Bin ich wahnsinnig im Sinne eines verlorenen Verstandes oder einfach nur wahnsinnig verzweifelt? Kann es nicht sein, dass die Dinge, die wir tun, sich erst als richtig oder falsch erweisen können, wenn wir sie aus jeder nur erdenklichen Perspektive betrachten? Wenn man aus vielen Möglichkeiten wählen kann, woher weiß man dann, welche Entscheidung die Richtige ist?
Finde es selbst heraus. Oder auch nicht. Wahrscheinlich gibt es da draußen mindestens eine Million Menschen, die attraktiver und interessanter erscheinen als ich es je sein könnte. Vielleicht hast du auch bereits diesen einen Menschen getroffen, der dein Herz und deinen Verstand gleichermaßen stimuliert. Und wahrscheinlich wirst du sowieso niemals diese Zeilen lesen. Aber auch dann, selbst wenn jede dieser Annahmen zuträfe, wären meine Worte nicht wert- oder sinnlos. Denn ich denke immer noch gerne an dich und ich habe deine Stimme im Ohr, deine Gedanken im Kopf und dein Gesicht vor Augen. Nur deinen Geschmack und Geruch, den kenne ich nicht.
Natürlich bin ich ein Träumer, denn nur in meinen Träumen darf ich alles sein, was ich sein will.
A.M.