Entschuldige Leben, dass ich Ansprüche hatte
Entschuldige Leben, dass ich geliebt werden wollte
Entschuldige Leben, dass ich ein Teil von dir sein wollte
Entschuldige Leben, das ich so lange gegen dich gekämpft habe
Entschuldige Leben, dass ich deine Zeit verschwendet habe
Aber warum nur hast du mich dann überhaupt erst erschaffen, wenn du sowieso vorhattest mich fallen zu lassen? Mein ganzes Dasein ist begründet auf einem unverschämten Selbstbetrug, materialisiert und sichtbar geworden durch die Ablehnung einer Frau und weitergetragen als manifestierte Erkenntnis, dass ich kein Mensch bin, der begehrenswert ist, es jemals war oder irgendwann sein wird. Und das war schon Alles? Dafür der ganze, jahrelange Aufwand? Fuck you. Was für ein abartiger, kranker, sadistischer Wichser du doch bist. Aber es wäre ja auch nicht das erste, geschweige denn das letzte Mal, dass du über Menschenschicksale nach Klassen, Rassen, Aussehen und Religion, etc. urteilst, anklagst und richtest, wie es dir beliebt. Jeder hat es selbst in der Hand, wohin sein Weg ihn führt und alle sind gleichgestellt? Das ist natürlich absoluter Bullshit. Wir sind die Angehörigen einer anti-homogenen Weltbevölkerung und das beste Beispiel für deine Bereitwilligkeit, Chaos und Verwüstung zu stiften, wenn das achso ehrenwerte Gleichgewicht deiner Weltvorstellung wieder einmal ins Wanken gerät. Wer oder was gibt dir eigentlich das verfickte Recht, das zu tun? Oder ist das alles nur Zufall und unterliegt gar keiner dir unterworfenen Willkür? Willst du mir etwa weismachen, dass du als transzendentes Wesen gar nicht existierst und wir Ausschüssigen in unserer Hoffnung und Verzweiflung lediglich einen virtuellen aber nicht vorhandenen Schöpfer, Lenker und Zerstörer anflehen? Mag sein. MAG SEIN? Aber an wen wende ich mich dann nur stattdessen?
Sorry Arschloch, ich glaube dir kein Wort. Du bist nunmal da. Es gibt dich, und auch wenn du kein Gesicht trägst und du keine Sprache sprichst, so lenkst du doch die Geschicke und Umstände unseres Seins, auf die eine oder andere Art und Weise. Du bist kein Gott. Du bist das Leben. Du bist alles, was uns umgibt. Du bist alles, was wir haben und alles, was wir sind. Du bist nicht nur das, was wir sehen können, sondern auch das, was sich unseren Blicken entzieht. Du hockst in deinem Refugium und schmiedest eifrig Pläne. Du hast mich komplett erschöpft, ich bin so verdammt müde. Was willst du nur von mir? Was auch immer es ist – komm zum Ende.