ihr und ich

Wahre Schönheit liegt darin begründet, man selbst, d. h. natürlich und authentisch zu sein. (Allgemein gültiges Sprichwort, vermutlich so alt wie das Leben selbst)

Warum unterwerfen wir uns nur solch leeren Lebensweisheitsfloskeln, wenn tatsächlich alles was zählt, eine durch ein ansprechendes Äußeres unterstützte Ausstrahlung ist? Wer diese nicht besitzt, sich allerdings wie ein Süchtiger danach sehnt – ist voll am Arsch. In meinem Fall führt es einfach nur dazu, mich noch härter selbst bestrafen zu müssen.

ich kreuze meine finger für uns, dass es dich morgen noch gibt

wir wissen nicht, wie dein leben jetzt aussieht, wie es verläuft und die zeit schüttet sand auf unsere erinnerungen

wir möchten so gerne von dir hören und auf keinen Fall über dich

du bedauerst dich wahrscheinlich so sehr aber wir haben einfach nur Angst

wir sagen wir verstehen dich und doch verstehen wir eigentlich nichts

alle sind gegangen oder fortgestoßen worden aber wir sind nicht verschwunden oder unsichtbar geworden

zeit und menschen existieren, daraus entwickelt sich unser aller Fortgang
und nichts ist vorherbestimmt, wir können frei entscheiden

du vermutest, wir reden nicht über dich

du glaubst, wir denken nicht an dich

du denkst, wir glauben nicht an dich

die wahrheit ist, dass wir hilflos sind

die lüge ist, dass du hilflos bist

So oder ähnlich könntet ihr einmal über mich gedacht haben oder ich habe mir vorgestellt, dass es so gewesen sein könnte.

Ich denke jeden verdammten Tag an euch, ich vermisse euch, ich vermisse unsere Gespräche, ich vermisse eure Anwesenheit.

Jedoch lebt ihr ein anderes Leben. Ihr habt noch Familien, Freunde und Bekannte in eurem näheren Umfeld, um die ihr euch kümmern solltet. Ein Mensch zu sein, bedeutet aber auch Sorge zu tragen für sich selbst, seine Ansichten, Gedanken, Äußerungen und auch Handlungen.

Mein Leben besteht nur noch aus Gedanken, die mich selbst betreffen. Meine Handlungen zielen nur noch darauf ab, mir selbst zu schaden.

Wenn wir uns begegneten, ginge es immer wieder nur um all die schrecklichen Dinge, die sich in meinem Kopf abspielen. 18 Stunden am Tag und 6 Stunden in der Nacht.

In diesem, meinem Leben habt ihr daher nichts verloren, denn ich kann euch nichts bieten außer Selbstmitleid, Selbstverachtung und Selbstzerstörung.

Eines baldigen Tages wird der Sand mich überhäuft und begraben haben.

Es gibt kein „uns“ mehr.

Es gibt nur noch euch und mich.

Hilfe.

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