Mist. Echt doof jetzt. Also Leute, hilft ja nix. Musste ja mal soweit kommen. Die Wahrheit kommt ja meistens raus.
Ich hab nen Ghostwriter. Einen, der so alles für mich schreibt. So, jetzt isses raus. Ok, also ich hatte nen Ghostwriter. Denn jetzt isser tot. Is mir einfach weggestorben, ohne nochmal wenigstens eine Zeile für mich zu schreiben, dieses Arschloch. Aus dem Nichts heraus, einfach so. Schön, er hat mal so was anklingen lassen, von wegen es geht ihm nich so gut und er will nich mehr weiterleben und blablabla. Echt jetzt? Das nimmt doch keiner ernst. Ich dachte immer: laber du ruhig, solange du auch noch schreiben kannst, kann ich so meinen Nutzen draus ziehen. Aus dieser Schwermütigkeit, so heißt das wohl.
Und nu? Kann ja wohl kaum selbst was schreiben. Also, weil ich nich wirklich in der Lage bin dazu. So vom reinen Können her. Hab ihm immer gesagt: soundso und soundso will ich das haben. Hab das dann auch nur noch überflogen, denn ich hab kaum die Hälfte nur verstanden von dem Zeug. Dachte, klingt ganz gut, passt alles zusammen, hat nen Anfang und ein Ende, also meistens jedenfalls und macht mehr aus mir, als ich jemals selbst sein könnte. Und wenn ich mich noch so dolle anstrengen würde.
Ach Mistekacke. Heutzutage denkt jeder nur noch an sich. Also Leute, ich hab ihn ja schließlich gut bezahlt. Und trotzdem dreht er sich selbst den Hahn ab? Was für eine Welt. Ich mein, ich mach mir schon so Gedanken um Leben und Tod. Aber hey, ich hab auch so meine Probleme. Aber alle nur noch so: ichichich. Ich geb ja zu, ich bin nich so schlau. Kann mich nich so gut ausdrücken. Aber er konnte das ganz gut. Dafür hab ich ihn ja ausgewählt. Scheint ne Menge Probleme zu haben. Nein. Er schien eine Menge Probleme zu haben. Nein, wartet! Er schien eine Menge Probleme gehabt zu haben. Was ich meine is: scheint so, als habe er eine Menge Probleme gehabt. Oder: scheint so, als hatte er eine Menge Probleme gehabt. Habt ihr gesehen, was ich meine?
Tja, aufhören oder weitermachen? Bitte nich falsch verstehen, ich fühl echt mit ihm, er tut mir auch leid und so, aber das is oder vielmehr war nich mein Leben, sondern seins. Seine Entscheidung. Zuletzt hat das auch immer länger gedauert, bis er was bei mir abgeliefert hatte. Zog sich hin wie Kaugummi oder Spucke, die man an einem langen Speichelfaden langsam aus dem Mund hängen lässt, bis es endlich auf den Boden oder in den Mund von jemand anders tropft. Hey, das könnte man vielleicht verwenden…
Give Credits to the Ghostwriter, y’all.