Ich will dich
interessiert und neugierig beobachten, während du ein Bild mit Gouache malst, wie du die über die Borsten deiner Pinsel streichst, wie du die Leinwand aussuchst und vorbereitest, wie du die ersten Striche führst, wie du innehältst und zurücktrittst, um dein Werk zu begutachten, wie die Haut deiner Hände zunehmend unter den Pigmenten der Farben verschwindet, wie deine Gedanken sich auf dem blassen Linnen verfestigen, wie du in einen Rausch verfällst, wie Körper und Geist sich voneinander lösen, bis alle Formen und Linien und Proportionen und Kleckse und Spritzer und Tupfer deinen Emotionen entsprechen und du glücklich bist.
Ich will dich
einfach nur betrachten, während du an einem nächtlichen Lagerfeuer am Strand sitzt, nur mit einer Kapuzentunika aus Baja bekleidet, wie deine nackten Füße den Sand durchwühlen, wie das flackernde, warme Licht mäandernde Schatten auf dein Gesicht wirft, wie sich dein Blick im gelben Zentrum der Hitze verfestigt und verliert, bis du eine eine andere Person bist, wie die flirrenden Flammen deine Erscheinung verschwimmen lassen, bis die Glut der zurückgebliebenen Asche nur noch sterbend lodert und der Mond zur Sonne wird. Dann schließlich erhebst du dich und schlenderst am Meer entlang in die Unendlichkeit.
Ich will dich
spüren, mit geschlossenen Augen dein Gesicht berühren, deine warme Stirn streifen, vom Höhepunkt deiner Wangenknochen aus zum Mund hinabgleiten, deine Lippen mit einer Fingerkuppe umfahren und im Philtrum für einen Moment rasten lassen, mit meiner Handfläche die Erhebung deines Schlüsselbeins überqueren und weiter wandern lassen, deine Arme über meine Schultern legen und deinen Körper umschließen, deinen Atem in mir aufnehmen und erst wieder meine Augen öffnen, wenn du sagst:
Ich will dich jetzt!