Als ich mir den Kopf stieß

Als ich mir den Kopf an der Türkante stieß, sackte ich zusammen und das Gehirn schaltete auf Notaus. Seitdem liege ich in einer Art Wachkoma, es kann nicht anders sein.

Alptraum und Fiktion vermischen sich mit der Realosphäre, Fetzen von Erinnerungen an Orte und Personen reichen sich die Hand, lassen wieder los und wechseln ihren Partner. Und erneut. Und erneut. Ein schwarz-weißer Reigen, ein Kessel Monotones. Ein Swingerclub voll mit trüben Gefühlen, ein fahrender Zirkus der monochromen Impressionen, eine rasende Achterbahn der Begebenheiten und Situationen unter der Knute der Schwerelosigkeit und Tristesse.

Dem Verlauf meiner Fantasien nach zu urteilen, muss der Frontallappen immense Schädigungen davon getragen haben, wahrscheinlich unheilbar. Diagnose: Vollkollaps des Denksalons oder: kompletter Zusammensturz des Ideenbergwerks. Auch wenn eigentlich nicht viel verloren gehen mag, schade ist’s doch irgendwie, trotzdem, gleichwohl, dessen ungeachtet, jedenfalls.

Ich liege also im Salon der geistig Versehrten, angeschlossen an Schläuche und warte auf den endlos gedehnten Piepton der Maschine, oder dass jemand die 5. Wand durchbricht, mich wachrüttelt oder wachküsst. Wahrscheinlich bin ich nur der Protagonist eines absolut real wirkenden Alptraumes während einer meiner vielen Schlafphasen.

Kann man während eines Traumes eigentlich der Annahme verfallen, das es sich um einen eben solchen handelt? Geht das? Kann das den Vorschriften und Gesetzen der Traumverhaltensrichtlinien stand halten? Keine Ahnung. Aber eines weiß ich ganz genau.

Diese Warterei bringt mich noch um…

Hinterlasse einen Kommentar