Splitter im Herz

Mein Herz zerbirst‘ vor Sehnsucht nach deinen schmalen, blassen Lippen,

meiner Seel‘ knirscht und knarzt vor leerer Begierde nach deiner Stimme und deinem Ton,

mein Hirn schlägt wilde Kapriolen des Fernweh‘ nach deinen Ideen und Taten,

mein Magen drückt und zwickt und bläht sich, voller Gier nach deinem Gang und deiner Zier,

meine Beine sind schon ganz taub vom Verlangen nach deinem Geruch und deinen Bewegungen,

meine Füße verlieren ihren Stand und ich falle in ein blasses Mosaik aus Begegnungen, Konversationen und ebenso stillschweigenden Momenten,

immer noch, nicht mehr aber auch nicht weniger, durch die vertane Zeit, die hinter mir liegt,

all das Licht und die Dunkelheit, die mich durchdrungen haben, der Strahl der Erinnerung, nur auf dich gerichtet,

und doch warte ich nicht länger, nicht noch länger, denn ich kann nicht noch mehr vom schütteren Strom des Gedenkens an dich durch mich hindurch fluten lassen,

so schreite zur Tat, nimm den bleiernen Splitter aus meinem Herzen, lass ihn unter der sengenden Flamme zu einem Tropfen zerfließen und schließlich davon rinnen.

– Oder du kommst zurück für einen letzten, flüchtigen Augenblick –

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