Quer. So stelle ich mich. Ich pluster mich auf und verbreitere mich in aller Konsequenz. Aber nichts geschieht. Frontal mit dem Kopf voran stürze ich mich. Aber es passiert nicht. Ich bin bereit. Ich warte. Und warte…
Zurück aus der Dunkelheit. Ein wenig. Noch ist nicht alles Gold was glänzt. Ich bin nicht auferstanden oder so. Ich denke schon noch an dich, manchmal. Ich hoffe auf ein Lebenszeichen von dir. Immer noch. Ja. Es wird nicht kommen, warum auch solltest du dich bei mir melden? Nach all der Zeit, nach all den Querelen. Ich mache das an mir aus. Ich bin nicht BESONDERS genug.
Ich rede mir vieles ein, aber nicht mehr so viel, wie noch vor einem oder zwei Jahren. Die Tabletten machen mich in einigen Belangen gleichgültig. 1x Escitalopram und 1x Aripiprazol. Sonst bewirken sie allerdings nicht viel. Ich fühle mich dadurch nicht stabiler oder enthusiastischer. Das wiederum obliegt der mangelnden Bestätigung meiner Persönlichkeit. Ich stehe wieder in Kontakt mit anderen, so hin und wieder jedenfalls. Ich bin nicht der Alte, werde es auch nie wieder sein. Will ich auch gar nicht. Ich bin jetzt ein anderer Mensch, mit anderen Wahrnehmungen und anderen Gefühlen.
Ich arbeite auch wieder. In Vollzeit. Ich bin dauernd müde und ein wenig fehlt mir auch der Antrieb, aber am meisten fehlt mir Bestätigung. Das wird auch bleiben. Ich kenne mich jetzt sehr viel besser, ich habe eine stetige Entwicklung, hin zu meinem wahren Ich durchgemacht. Das Rätsel meiner Identität ist sicherlich noch nicht vollständig gelöst, jedoch bin ich ihr ein schönes Stück weit näher gekommen.
Ich vermisse dich. Auch wenn nicht viel war, so erinnere ich mich noch sehr gut an dich. Aber das ist nicht Alles. Du hast mir einmal gesagt, dass mein geschriebenes Wort dir sehr gut gefällt, dass ich kreativ bin und ob diese Fähigkeit eventuell nur meiner desolaten, depressiven Lage geschuldet ist. Was geschieht mit mir, wenn es mir wieder besser geht? Und ich glaube du hattest recht. Ich schreibe sehr viel weniger, habe mich da sehr zurückgezogen, es fehlen mir die Ideen und dann auch noch die Worte.
Es scheint fast so, als wäre die Depression mein Treibstoff gewesen, der mir jetzt langsam auszugehen scheint. Ich sehne mich nach einem Kontakt zu dir. Aber der kann niemals wieder von mir ausgehen. So hoffe ich, dass du meine Zeilen irgendwann lesen und mir letzten Endes doch noch alle meine Fragen beantworten wirst.
Und so warte ich auf ein Zeichen. Und warte…