VIER REITER

Es werden Stimmen laut, ein Geschrei angefüllt mit Forderungen, Ansprüchen und Erwartungen, getarnt als Bedürfnis und verbindliche Notwendigkeit, endlich den nächsten Schritt zu gehen.

Angst breitet sich in mir aus, der natürliche Reflex und Überlebenswille, alles vermengt und vermischt sich in einer unendlich lauten und schrillen Kakofonie meines entsinnten Daseins.

Schrecken und Schock, Starre und Panik fallen übereinander her, zerfleischen sich gegenseitig, reißen gierig Stücke aus dem jeweils anderen und kämpfen um ihr und mein Leben.

Aus offenen Wunden quellen Hass, Verzweiflung, Wut und Schmerz hervor, ausgeschieden, neugeboren oder erstarkt wiederauferstanden, kriechen sie aus ihren Löchern, genährt durch die Schwäche, gefüttert und gestopft durch die Fragilität meines Verstandes.

In dunkle Mäntel gehüllt steigen Sie empor, die vier Reiter der traumatischen Apokalypse, die Taschen gefüllt mit Asche und Staub, setzen sich auf ihre Rösser, nehmen die Zügel, geben die Sporen und hinterlassen nichts als einen Schweif aus Feuer und Rauch.

Der Boden erzittert, erschüttert durch die heftigen Stöße und Vibrationen, das Getrampel der Hufe zerpflügt die Erde, zerstört jegliche Vegetation, Flanken entzünden die Bäume und Sträucher und vertreiben alles Schöne und Lebendige aus seinem Hort.

Mit wehenden Fahnen, mit lauten Fanfaren, reiten sie im Gleichklang nebeneinander aufgereiht, eine Kette des Unheils, eine Mauer des Grauens, undurchdringbar, unaufhaltsam, ihrem Ziel und nur diesem entgegen. Ohne Halt und Rast, ohne Gnade und ohne Erbarmen.

Sie kommen näher. Sie werden bald da sein.

Wer oder was kann sie noch aufhalten?

 

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