Die Wahrheit ist in Wirklichkeit nur schonungslose Offenheit

Gelte ich schon als radikaler Anarchist, wenn ich aus Protest lache, obwohl mir eigentlich zum Weinen zumute wäre?

Bin ich ein Kapitulist, wenn ich mich zwar der grundsätzlichen Konformität verweigere, aber zuweilen unter der unbeugsamen Last des Ignoranzkonsortiums, bestehend aus den verworrenen Verhaltensmustern der Menschenmassen dieser Welt, zusammenzubrechen drohe?

Ist dass was uns bewegt, vielleicht doch nicht das Kollektiv unserer Bewusstseinswahrnehmungen, sondern letzten Endes nur der Fahrstuhl, die Rolltreppe oder das Laufband im Fitnessstudio? Kann es sein, dass alles einfach nur völlig sinnentleert- und befreit ist?

Ich plädiere für absolute Denkfreiheit. Ruft zur Anarchie in euren Köpfen auf, schwenkt die Fahnen mit den Symbolen der Aufruhr und steigt auf die Barrikaden eurer Vorstellungskraft. Erst von dort aus habt ihr einen guten Überblick und könnt die Gesamtsituation in ihrem ganzen dramatischen Ausmaß erfassen. 

Zögert nicht, dem ersten euch in den Sinn kommenden Gedanken nachzugehen und ihn zu ergründen. Ihr könnt euch von allem distanzieren, nur nicht von euch selbst. Ihr könnt euch selbst verleugnen, aber euch nicht aus dem Weg gehen. Sucht die Konfrontation und stellt euch der Schlacht eures eigenen Lebenssinnkrieges. 

Ich habe das getan und bin gescheitert. Aber gerade deshalb weiß ich nun genau wer ich bin und was mich erwartet. 
 
 

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